Seit dem Schuljahr 2012/13 setzen wir den Lernserver der Universität Münster ein, um ein Förderprogramm für Schülerinnen und Schüler (SuS) mit besonders großen Schwächen im Bereich der Rechtschreibung durchzuführen. Beim Lernen werden diese SuS von SuS der Klasse 10 unterstützt. Die Idee zu diesem Konzept resultierte 2011 aus der Arbeit der damaligen Schulkonferenz-AG „Teilleistungsstörungen“. Mit dem Programm unterstützen wir gezielt SuS, die eine (Lese-)Rechtschreib-schwäche haben, aber auch solche, die in der Grundschule nicht alle grundlegenden Regeln erworben und darum größere Defizite in dem Bereich haben. Zudem fördern wir im 10. Jahrgang das soziale Lernen und das Schüler-helfen-Schülern-Prinzip. Eine besonders gute Note im Fach Deutsch ist kein zwingendes Auswahlkriterium für „Lerncoaches“. Häufig profitieren die teilnehmenden 10er SuS  selbst durch die intensive Auseinandersetzung mit der richtigen Rechtschreibung.

Zu Beginn und am Ende der Jahrgangsstufe 5 wird bereits seit vielen Jahren der Duisburger Sprachstandstest, der einen Rechtschreibteil beinhaltet, durchgeführt. Anhand der Ergebnisse stellen die DeutschlehrerInnen bzw. die SprachkoordinatorInnen fest, ob ein Kind Förderbedarf im Bereich Rechtschreibung hat. Hinzu kommt, dass einige Eltern schon zu Beginn der 5. Klasse ärztliche Diagnosen für eine (Lese-)Rechtschreibschwäche vorlegen, die den Handlungsbedarf im jeweiligen Fall aufzeigen. Zudem wird ein weiterer Test – die Münsteraner Rechtschreibanalyse – durchgeführt. Dieser Test wird für die Kinder ausgewertet, bei denen durch den Duisburger Sprachstandstest ein erster Hinweis zu erkennen war, dass die Kinder einen Förderbedarf haben.

Die Eltern der betroffenen SuS werden über das Förderprogramm informiert und bei Bedarf anhand des Testergebnisses beraten. Letztlich entscheiden sie zusammen mit dem betroffenen Kind, ob dieses an dem Förderprogramm teilnehmen soll.

Für die teilnehmenden SuS der 5. und 6. Klasse wird dann vom Lernserver der Uni Münster eine Diagnose erstellt, die es ermöglicht, individuell zusammengestellte Fördermaterialien zu bestellen. Nach 2-3 Wochen erhält jedes Kind einen entsprechenden Materialordner.

In den ersten Wochen des Schuljahres, in der Regel bis zu den Herbstferien, werden die „Lerncoaches“ aus dem 10. Jahrgang auf ihre Aufgaben vorbereitet. Dabei stehen Themen wie Motivation, Konzentration, aber auch Informationen zu Lernspielen und Rechtschreibregeln auf dem Programm.

Die Förderstunde dauert 40 Minuten (13:05-13:45). In der Zeit betreut ein „Lerncoach“ 2-3 jüngere SuS mit Rechtschreibproblemen bei ihrer Arbeit an den individuellen Materialien. Ziel ist es, dass sich höchstens vier „Lerncoaches“ mit ihren Kleingruppen in einem Raum aufhalten, um eine positive Lern- und Arbeitsatmosphäre zu garantieren.


Ablauf des Programms

Schritt 1: Das Kind wird mittels der „Münsteraner Rechtschreibanalyse“ getestet. In dem Test wird ermittelt, in welchen Bereichen der Rechtschreibung Fehler vorkommen und wo keine Probleme auftreten. Eine Lehrkraft gibt die Lösungen des Kindes in den Computer ein oder das Kind führt einen Online-Test durch. Die Eltern können das Ergebnis des Tests online einsehen.

Schritt 2: Die Eltern, die ihr Kind zu den Fördermaßnahmen anmeldenüberweisen einmalig an den Förderkreis einen Kostenbeitrag in Höhe von 60 €. Die Kosten werden für Test, Diagnose und Material erhoben.

Schritt 3: Anschließend werden Fördermaterialien vom Lernserver zusammengestellt und an unsere Schule geschickt. Die Arbeitsmaterialien sind so konzipiert, dass ein Blatt innerhalb von ca. 10 Minuten bearbeitet werden soll. Für jeden Schüler / jede Schülerin wird ein individueller Förderordner zusammengestellt. Die Materialien sind so geordnet, dass die grundlegenden Schwierigkeiten zuerst angegangen werden.

Schritt 4: Mit diesen Arbeitsmaterialien wird dann einmal pro Woche gearbeitet. Freitags steht dafür ein Zeitraum von 13:05 - 13:45 Uhr zur Verfügung.

Option: Die Eltern können sich wünschen, dass ihr Kind einmal pro Woche Blätter mitnimmt, um dort nochmals 10-20 Minuten zusätzlich zu Hause zu arbeiten.

Schritt 5: Nach der vollständigen Bearbeitung des Materials erfolgt ein Abschlusstest. Hier erkennt man, wie sehr sich das Kind verbessert hat und an welchen Bereichen noch weitergearbeitet werden sollte. Hierzu erhalten die Eltern eine schriftliche Rückmeldung.

Ansprechpartnerinnen für dieses Programm sind 

Frau Kutzeck 
(Tel.: 0221-35018-46 oder stefanie.kutzeck@ge-roden.de) 
und 

Frau Jansen 
(Tel.: 0221-35018-46 oder gianna.jansen@ge-roden.de).