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03.07.2018

Derbe Töne und spitzfindiger Humor – Der dritte Abend des Faches „DG“

Trotz sommerlicher Temperaturen, bestem Grillwetter und Fußballweltmeisterschaft freuten sich die beiden Kurse des Faches „Darstellen und Gestalten“ (Jg. 9) über ein gut besuchtes Pädagogisches Zentrum. – Die Schülerinnen und Schüler zeigten am 26. Juni ihre selbst entwickelten Stücke „Fack ju Göthe 4“ und „2062“.
Mit dem ersten Stück sahen die Zuschauer bekannte Figuren aus der gleichnamigen, bekannten Kinoserie. Das Bühnenbild war aufwendig für die Szenen entworfen worden.
Ein müder Bankangestellter öffnet die Filiale, eine alte, aber resolute Dame zahlt 5 Euro ein, als sich plötzlich zwei maskierte Gestalten nähern, um die Bank zu überfallen. – Dass es sich nicht gerade um abgebrühte Räuber handelt, wird bald deutlich, denn der Überfall scheitert. – Spätestens, als sich zwei dilettantische Polizeibeamten anschicken, die Räuber dingfest zu machen, wird auch dem nicht eingeweihten Publikum klar, es kann sich hier nur um Satire handeln, denn die beiden Bankräuber sind Herr Müller, jene aus den Kinofilmen bekannte Lehrerfigur, und ein ehemaliger Schüler. Aus Verzweiflung über seine viel zu lernbereite neue Klasse, kam er wohl auf dumme Gedanken. - Die ehemaligen Schülerinnen und Schüler von Herrn Müller müssen es richten. – Und so beschließen sie, trotz ihrer Fassungslosigkeit, ihrem ehemaligen Pauker mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mittel aus der prekären Lage herauszuhelfen.
Die Schülerinnen und Schüler zeigten Mut zu einer derben Sprache und sie trieben die Überzeichnung der Figuren auf die Spitze, indem Klischees bis zur Karikatur überzogen wurden. – Wohl dem, der sein Kind nicht an die dargestellte Goethe-Gesamtschule schickt, sondern an die Gesamtschule Rodenkirchen, an der solche Figuren glücklicherweise nicht zu finden sind, mag sich so mancher Zuschauer gedacht haben.
Nach der Pause schlug der zweite Kurs subtilere, aber ebenso satirische Töne an. Dabei scheuten sie sich nicht, sich auch selbstironisch darszustellen.
Die Schülerinnen und Schüler eines DG-Kurses sollen ein eigenes Stück zum Thema „Zukunft“ entwerfen. Das stößt zunächst nicht gerade auf Begeisterung. Doch durch einen technischen Fehler gerät eine Gruppe Jugendlicher während eines Computerspiels tatsächlich in die Welt des Jahres 2062. Was sie dort erleben, bewegt sich zwischen Utopie und Dystopie. Nur dank eines kauzigen Professors, der wie eine Mischung aus Einstein und Daniel Düsentrieb die eigene Erfindung einer Zeitmaschine an den Jugendlichen ausprobiert, finden die Zeitreisenden wieder zurück in die Gegenwart und finden sich schließlich in die eigene Schulstunde des DG-Unterrichts wieder. Der Stoff für das zu entwerfende Stück ist damit völlig klar, ein geschickter Plot zwischen „fact und fiction“.
Immer wieder griffen die Schülerinnen und Schüler mit der selbst entworfenen Handlung zeitaktuelle Themen auf, um diese in ihren Folgen in die dargestellten Zukunftsszenarien zu übertragen. – Die Pointen waren geschickt gesetzt und die Charaktere ausgefeilt. Mit viel Liebe zum Detail in Sprache, Requisite und Sozialkritik brachten die Darstellerinnen und Darsteller so allerhand Anspielungen mit spitzfindigem Witz auf die Bühne.
Die Zuschauerinnen und Zuschauer hatten sich für die bessere Alternative zu Fußball und Grillen entschieden.



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